SALVADOR
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Der schönste Teil von Salvador ist die historische Altstadt Pelourinho. Vom unteren Teil der Stadt ist sie über steile Straßen und einen Aufzug zu erreichen. Die zahlreichen  historischen Gebäuden erinnern an die koloniale Vergangenheit der einst reichen Stadt.  Bis 1815 war Salvador Brasiliens Hauptstadt und hatte den betriebsamsten Hafen des Landes. Ein Großteil des Zuckers aus dem Nordosten sowie Gold und Diamanten aus den Bergwerken des Südens nahmen ihren Weg über Salvador. In diesem für die Stadt "Goldenen" Zeitalter entstanden prächtige Wohnhäuser, Barrockkirchen mit üppigem Goldschmuck und schöne Plätze. Teilweise sind die Gebäude frisch renoviert, es gibt aber auch welche die verfallen und von Pflanzen überwuchert werden. Der Pelourinho besitzt laut Unesco die am besten erhaltene Ansammlung kolonialer Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Amerika.

Hier gibt es viele Restaurants und Bars in allen Preisklassen. Die feinen Restaurants sind oft im ersten Stock oder im Garten. Die billigen Pinten findet man an jedem der zahlreichen Plätze. Dort sitzen die Einheimischen und die wenigen Turis bis in die Morgenstunden. Überall wird Musik gemacht. Gewöhnungsbedürftig sind die Bettler, die in den Straßenlokalen an den Tisch kommen und nicht nur nach Geld, sondern auch nach Essensresten fragen.

Die Kirchen am Pelourinho sollte sich jeder Tourist  auch einmal von innen ansehen. Bis abends 18 Uhr sind sie zur Besichtigung geöffnet, wenn nicht gerade ein Gottesdienst stattfindet. Natürlich sollte man nicht ohne Hemd oder bauchfrei in die Kirche gehen und auch keine Fotos mit Blitzlicht machen. Direkt neben der Katedrale befindet sich das afro-brasilianische Museum, wo man die Geschichte der brasilianischen Sklaven und die Herkunft der noch heute aktiven Candomble-Religion studieren kann. Ausserdem gibt es noch weitere 15 Museen in Salvador, wovon das Stadtmuseum eines der besten sein soll.

Salvador ist bekannt für seinen fröhlichen Karneval. Tagelang ist dann die Stadt eine große Party. Auf verschiedenen Karnevalsstrecken, die insgesamt 25 Kilometer lang sind, fahren die “Trios Electricos” (=Lastwagen mit lauten Bands oder Soundsystems) begleitet von tanzenden und singenden Salvadorianern herum. Die Karnvelasvereine heissen Blocos. Deren Mitlglieder oder Gäste kaufen zum Carnaval das offizielle und aktuelle  Bloco-T-Shirt, das zum mitlaufen und mittanzen im durch Ordner geschützten Bereich hinter dem Trio Electrio des Vereins berechtigt. Das ist übrigens die sicherste Art für Touristen am Carnaval teilzunehmen (sh.unten). Es gibt auch Fantasiekostüme, für die Karnevalfans einige Hunderter investieren müssen.  Ausser den Umzügen der Blocos gibt es noch die der Trommelgruppen, “afros”, “alternativos”, Travestiegruppen, Kinderumzüge und mehr. Idie Band OLODUM im Pelourinho - mit click vergrössern!mmer häufiger werfen Karnevalfans die Frage auf, ob der “Carnaval” in Salvador nicht viel besser ist, als der weltberühmte in Rio. Auf jeden Fall ist er spontaner und lockerer und zieht Touristen aus der ganzen Welt an. Auch wenn kein Carnaval ist, werden in Salvador viele Feste und Partys gefeiert, vor allem in Pelourinho Strasse im Pelourinho, copyright Harris Johns und im Strandbereich.

Die Stadtteile von Salvador sind sehr unterschiedlich. Der Pelorinho und die angrenzenden Bezirke bestehen überwiegend aus alten, bis zu 3oo Jahre alten Häusern. In Pituba kommt man sich dagegen wie in Californien vor. In Itapuan findet man gepflegte Häuser mit großen Gärten, in Vitoria stehen Hochhäuser mit teuren Apartements an der Bucht und viele Stadtteile bestehen aus einem durcheinander aus kleinen Häuschen, besonders in den Invasionen = Gebiete, wo arme Leute ohne Genehmigung gebaut haben.  Farol da Barra, zum vergrössern anklicken!

Wenn man die außerhalb gelegenen mit einrechnet hat Salvador 30 km Strände. Sie sind gut mit dem Bus zu erreichen. Einige sind langweilig, weil direkt hinter dem Strand die Strasse entlanggeht. Die Häuse werden Richtung Norden niedriger, während die Strände immer schöner werden. Dafür wird das Wasser immer verschmutzter. In Itapuan und Boca do Rio riecht das Wasser manchmal unangenehm. Erst ausserhalb der Stadt wird das Wasser allmählich sauberer. Sehr beliebte Strände sind Itapuá und Piatá, wo man unter Palmen Schatten und Barracas mit eisgekühltem Bier findet. Sie sind nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt, dafür braucht man zum Pelourinho 1/2 Stunde und zahlt für die Fahrt mit dem Taxi ca. 15 EUR. Noch etwas weiter ausserhalb kommt man zu den palmbestandenen Strände von Stella Maris und Flamengo. Nicht weit vom Zentrum liegt der Stadtteil Ondina , wo das Othon Hotel und andere große Hotels an kleineren Buchten stehen. Dann folgt der Strand Farol da Barra und die schöne Bucht des Porto do  Barra, wo seltsamerweise  das Wasser recht sauber ist, obwohl der Strand in der Bucht von Salvador liegt.   Strand in Barra mit alter Festung, copyright Harris Johns

Barra ist ein günstig gelegener  Stadteil zum wohnen. Man hat den Strand vor der Tür, ist in 10 Minuten im Pelourinho und wenn man zu einem der auswärts gelegenen Strände wie Itapua möchte, braucht man nur den Airport-Bus nehmen. Es gibt eine Menge Restaurants. Das schönste und meiner Meinung nach beste ist das direkt an den Strand gebaute Barravento. Es gibt Hotels und Pousadas in allen Preisklassen, aber auch Appartements. Der Strand ist an den Wochenenden sehr voll. An den Felsen kann man ganz gut schnorchelnd bunte Fische beobachten. Wer keine Ausrüstung dabei hat, kann alles bei Dive-Bahia mieten oder kaufen.

In Piata (bei Itapua) gibt es ausser dem schicken Open Air Restaurant Casquinha de Siri mit Livemusic, wo vor allem montags professionelle Frauen auf der Lauer liegen, zeitweise einen Rummelplatz und jede Menge Strandbuden, wo man für wenig Geld lecker Krebs (Carangueju), Muscheln (Lambretas) und gegrillten Fisch essen kann.

Einige Tanzlokale mit guten Pagode-Bands: Bambara, Bati Papo, Estacao da Cerveja. Alle in Strandnähe,  bei Boca do Rio.

Das Rock´n Rio (sprich hockinhio) im Aeroclube ist eine der bekanntesten Discos. Der Aeroclube ist ein chickes Einkaufs- und Freizeitzentrum in Boca do Rio (am Strand) mit Läden, Restaurants und einer großen Bühne. Im Pelourinho, dem Altstadtzentrum gibt es vor allem Dienstags und am Wochenende viel Livemusic. Im Filhos de Gandi, dem Club des gleichnamigen Blocos, wird eine besondere Musikrichtung gepflegt, mit viel Percussion, so ähnlich wie Pagode. Dort ist es am Wochenende nicht nur voll, sondern auch extrem heiss. Olodum spielt jede Woche einmal im eigenen Club. Dienstags gehen viele junge Salvadorianer in´s Praca do Reggae. In Rio Vermelho gibt es ein paar kleine Bars oder Clubs, wo gelegentlich rockige Bands spielen zB. das Cafe Kultura und das Calipso. Das Programm der größeren Lokale findet man in den Tageszeitungen “A Tarde” etc.

Randbezirk von Salvador, copyright: Harris JohnsDie Bevölkerung ist zu 2/3 braun bis schwarz. Das moderne Salvador hat große soziale Probleme. Touristen, die nach Geld aussehen, werden gerne angeschnorrt, aber auch gelegentlich bestohlen. Seit überall Polizisten herumstehen, wo Touristen sich normalerweise aufhalten, hat die Kriminalität stark nachgelassen. Unten mehr zu diesem Thema

Brasilien hat die größten Vorkommen an Edelsteinen in der Welt. Viele Diamanten, Smaragde etc. wurden und werden über Salvador exportiert. Wenn ihr jetzt meint ihr könntet da ein paar Steinchen günstig erwerben und in Alemanha mit Gewinn verkaufen, würde das nur zutreffen, wenn ihr euch wirklich auskennt, bzw. einen Abnehmer habt, der euch berät. 

Ankunft am Flughafen: Tagsüber fahren Busse mit Klimaanlage für nur 3 R$ bis ins Zentrum. Um die Koffer kümmert sich ein Stewart. Direkt am Ausgang stehen Taxis mit einem blauen Streifen. Die wollen für die Fahrt ca. 50 R$ mit Nachtzuschlag. Die Taxis in der Reihe gegenüber sind ein paar Zentimeter kleiner und kosten deutlich weniger.

Ein empfehlenswerter Ausflug : Schonertour zu den  Inseln der Allerheiligenbucht, Bademöglichkeit, Mittagessen auf der Insel Itaparica, Abfahrt beim Mercado Modelo, wo auch die kleinen Fähren fahren. Itaparica ist in jedem Fall einen Besuch wert. 3 verschiedenen Fähren fahren von 6-23 Uhr dorthin.  

Salvador-Foto- und Info-Links:
Erlebnisberichte und Infos zum Thema Feste>>
schöne Fotos & interessante Infos>>
mehr Fotos und englische Infos auf einer wegen vieler Fotos etwas langsamen Site
Pelourinho-Foto-Seite von der Apartement-Vermietung Villa Verde
Barra-Fotos von der gleichen Apartement-Vermietung
Fotos von Salvador und dem Carnaval von von der Apartement-Vermietung Agencia Aluguel
mehr Fotos von Salvador, Barra, Pelourinho und dem Carnaval von einer Apartementvermietung
Stadtplan und Geschichtsinfos von Simone
 

  Hotels & Pousadas

Camping: Praia do Flamengo,  Itapua. Tel. 249-21-01. Fünf Kilometer vom Flughafen. Einer der schönsten Strände von Salvador, 30 km vom Zentrum. Comfortabel und teuer. Vierhundert Plätze.

Internetcafes:
Cybercafe, 24 Stunden, Avenida Sete de Setembro 3835, bei der Pousada Santa Maria, Barra
Internet cafe, Rua Princesa Isabela, Barra
Internet-Café.com. - Av. Sete de Setembro 3713, Barra 
Internet Cafe. Rua Joao de deus 02, Pelourinho (Altstadt), 55-71-321-2147,
www.intcafe.com.br/
und mehr... 

Sicherheit:  Die Polizei ist in den Stadtteilen, wo sich die Touristen aufhalten zwar sehr präsent, aber sie kann auch nicht überall sein. Deshalb sollte man sich außerhalb der Altstadt abends am besten mit dem Taxi bewegen, einsame, dunkle Straßen meiden und sich nicht wie ein reicher Tourist kleiden und aufführen. Eine teure Armbanduhr bedeutet für einen armen Brasileiro mehrere Monatslöhne. Besonders beim Carnaval hat man als Tourist manchmal fremde Finger in den Taschen. Deswegen: zum Carnaval keine Armbanduhr, wenig Geld unterm Hemd  und vom Reisepass nur eine Kopie mitnehmen. Nehmt euch vor den Pivetes in acht, den  jungen Burschen, die am Strand schlafen, was nicht unbedingt heisst, dass sie keine Familie und kein  zu Hause haben. Sie leben vom betteln und klauen. Seit in Salvador Crack geraucht wird, hat sich die Zahl der Überfälle von Rauschgiftsüchtigen erhöht. Stadtteile wie die Favela  Mata Escura (dunkler Wald) sollte man meiden, weil es da viele Bandidos gibt. Ob es generell gefährlich ist sich in Favelas zu begeben, weiss ich nicht. So gefährlich wie in Rio ist es auf keinen Fall.  Normalerweise kommt ein Tourist aber nicht in diese Gegenden.    HOME