Bahia-Süd, Küstenorte südlich von Salvador Die Küste südlich von Salvador wird wegen des Kakaoanbaus in der Gegend oft als die Costa Cacao
bezeichnet. Der Name Kakao stammt übrigens von einem gleichnamigen Indianerstamm, der die Pflanze schon lange vor der Eroberung Brasiliens nutzte. Dieser Teil von Bahia ist für den Tourismus schon mehr erschlossen als der Norden. Vor allem in Morro de Sao Paulo auf der Insel Tinhare und in der Gegend von Porto Seguro ist es von Dezember bis zum Carneval sehr voll. Die Strände haben weniger Wind und ruhigeres Wasser.
Itaparica,
die große Insel in der Bucht von Salvador hat viele Strände, aber nur 16500 Einwohner. Die Salvadorianer nennen sie einfach Ilha = Insel. Europäische Touristen sind hier kaum anzutreffen, obwohl die Insel nicht nur
unendliche, schöne Sandstrände und eine üppig grüne Landschaft zu bieten hat, sondern auch leicht und sicher von Salvador zu erreichen ist. Itaparica ist ideal für einen Strandurlaub mit Ausflügen nach Salvador. Aber auch auf
Itaparica gibt es einiges zu sehen. Itaparica ist ein alter Indianername und bedeutet grosse Mauer. Während der Ebbe wird klar, wie es zu dem Namen kam, weil dann ein
Korallenriff sichtbar wird, das vor der gesamten Ostküste die Wellen bricht. In seiner Nähe kann man gut tauchen. An den Wochenenden ist vor allem Mar Grande ein beliebtes Ausflugsziel. In Itaparica
(-Stadt) gibte es einen Mineralwasser-Brunnen, das alte Fort, alte Kirchen und andere historische Gebäude. Die Altstadt ist teilweise ganz hübsch, weiter zum Ortsrand sieht man dagegen die ungepflegten kleinen Häuschen und
Läden, die man überall im Hinterland von Bahia findet, bis dann die Mauern der Wohnanlagen und Pousadas anfangen. Ganz in der Nähe liegt der traumhafte Strand Ponta de Areia
mit vielen Palmen und sehr hellem Sand. Während der Ebbe ist der Strand bis zu 80 Meter breit, bei Flut ist er überraschend schmal. Da er nicht am Meer,
sondern an der grossen Allerheiligenbucht liegt, ist er sauberer als die Strände an der anderen Seite der Insel, und es gibt weniger Wellen. Das kommt den Windsurfern
entgegen, genauso wie der ab 14 Uhr einsetzende Wind mit den Stärken 3-5. Etwas abgelegen und nur mit dem Taxi zu erreichen ist die Ruine der ältesten Kirche der Insel,
der Igreja do Senhor de Vera Cruz, die auch die drittälteste von Brasilien ist. Die von Bäumen durchwachsenen Gemäuer sind einen Abstecher und ein Foto wert. Wegen der
Strandpromenade, der vielen Boote in der Mündung des des Flusses und der grandiosen Sonnenuntergänge halte ich den alten Fischerort Cacha Pregos für einen
der schönsten in Bahia. Ein besonderes Erlebnis ist eine Tour mit dem Boot um die Südspitze der Insel herum zu den Mangrovenwäldern und den kleinen malerischen
Inseln. Wer einen garantiert einsamen Strand sucht, kann sich zu einer kleinen Insel fahren lassen, die nur aus Sand und ein paar Strandpflanzen besteht und vor der Bucht
liegt, wo mehrere Flüsse auf das Meer treffen. Manchmal ist die zum Strand des Ortes parallel verlaufende Gezeitenströmung ziemlich heftig. Richtung Meer wird der weisse
Sandstrand noch breiter, und die Strömung verschwindet. Dafür gibt es eine kleine Brandung, in der die Kinder gerne spielen. Es gibt ein paar Restaurants und circa 10 Pousadas (= Pensionen, kleine Hotels). Gut gefiel uns die Repousada, direkt am Strand, mit Restaurant und Kokospalmen im Garten. Die restlichen Orte an der Ostküste sind sich recht ähnlich. In Ponta de Area
entdeckte ich eine sehr schöne kleine Pousada. An der Strandstrasse in einem schön angelegten Garten versteckt liegt die Pousada Claro de Luar. Alles ist sehr gepflegt, funktioniert und ist sehr preiswert.
Drei Bootslinien fahren von Salvador nach Itaparica. Empfehlen möchten wir die
Boote vom Hafengebäude gegenüber dem Mercado Modelo, weil sie in 50 Minuten direkt nach Mar Grande fahren, wo die meisten Pousadas und Restaurants sind. Der Vorteil der Autofähre nach Bom Despacho ist, dass
sie bis um 23:30 Uhr fährt. Am schnellsten ist der Catamaran, der aber nicht jeden Tag fährt. Wer die Insel erkunden möchte und aus Salvador keinen Mietwagen mitgebracht hat, kann für 2,5 Reais mit einem Combi
(= Sammeltaxi, weisser VW-Bus) überall hin fahren. Sie sind allerdings oft überfüllt. Ein Taxi kostet je nach Entfernung 10-40 Reais. Generell handeln die Taxifahrer mit Gringos nicht gerne, aber versucht es ruhig.
Es gibt viele Hotels und Pousadas in verschiedenen Preisklassen. Sie sind wesentlich billiger, als die in Morro do Sao Paolo. In Berlinque gibt es auch einen
Campingplatz. Im Club Med kann man ab 130US$ (single, Stand 2000) wohnen. Für lange Aufenthalte kann es sich lohnen ein Haus zu mieten. Ferienhäuser und weitere Infos findet Ihr bei
Itaparica-brasil.com.
Valença (70000 Einwohner) ist eine nette Stadt
mit einigen historischen Gebäuden, einem großem Markt, Fischern und Vaqueiros (die brasilianischen Cowboys). In der Neujahrsnacht wird hier eine Art Carneval auf den Straßen gefeiert. Am 8.November wird der Heilige der Arbeiter gefeiert. Der neue Flughafen soll zukünftig auch aus dem Ausland angeflogen werden. Vermutlich ist
damit erst einmal Argentinien gemeint, weil von da eine Menge Touristen kommen. In Valença kann man schon ein bischen sehen und fühlen, wie die Leute im Landesinneren leben, da, wo normalerweise kein Tourist hinfährt.
Das sehr schöne Beach in der Nähe heißt Guaibim. Auch dort gibt es Pousadas und eine Menge Barracas. Eine frische Brise kommt vom Meer und treibt schöne Wellen an
den Strand.
Von Valença kommt man zu den Inseln Cairu, Boipeba und Tinhare. Auf Cairu gibt es keinen Tourismus. Auf Boipeba wenig (ca. 20 Pensionen). Dafür hat Tinhare
hat mit Morro einen der bekanntesten Ferienorte von Brasilien. Morro de Sao Paulo, ein ehemaliges Fischerdorf auf der Insel Tinhare, ist in den letzten Jahrzehnten vom
Tourismus erfaßt worden. Trotzdem ist es noch sehr schön, wie man auf den Fotos sehen kann. Jedes 2. Haus im Zentrum oder am Strand ist eine Pousada, ein Restaurant oder beides. In dem
kleinen Ort gibt es ca. 190 Pousadas und Hotels. Auch die anderen Orte auf der Insel Tinhare sind recht nett, wenn auch nicht so bekannt. Auf der ganzen Insel gibt es keine
Autos. Boote, Traktoren und Träger sind die einzigen Transportmittel. Für Wanderlustige gibt es viele Ausflugsziele, wie z.B. den Wasserfall Fonte de Céu (Quelle des Himmels).
Man kann auch Pferde inclusive Führer mieten. Die Pferde sind ruhig und touristenfreundlich. So ein Ritt über den Strand, durch`s Dorf und über die Hügel ist ein
besonderes Ferienerlebnis, bei dem man die Insel richtig kennenlernt. Sehr beliebt sind auch die einen ganzen Tag dauernden Inselumrundungen mit dem Boot. Sie beinhalten
schnorcheln an einer schönen Stelle, Besuche von der traumhaft schönen Bucht Garapoan und der Insel Boipeba. weitere Ausflüge: z.B. Bootsfahrt mit Flaschentauchen, Traktor-Ausflug nach Boipeba (anstrengend für´s Gesäss)
Zum Neujahrsfest treffen sich hier vor allem Brasilianer. Dann sind sämtliche Zimmer der Insel ausgebucht, und das zum 3-fachen Preis im Vergleich zur Vorsaison, die bis Mitte
Dezember geht. Die Sylvesternacht wird vor allem am 2. Strand gefeiert, wo alle in weiß gekleidet erscheinen. Dann drehen alle Discos auf, die sich sonst meistens abwechseln. Vor allem s
amstags gibt es immer eine gute Fiesta vor und in einer der Stranddiscos. Während der Hauptsaison ist fast jeden Tag eine. Mittwochs treffen sich einheimische
Musiker und Gäste zu Jam-Sessions im “Teatro” einem kleinen Amphitheater auf dem Berg = Morro. Auf dem Rückweg läuft man Gefahr in einer der Djungelbars hängen zu bleiben.
Anreise: Am einfachsten und komfortabelsten kommt man mit dem Catamaran von Salvador nach Morro. Abfahrt am Mercado Modelo 2 mal pro Tag z.B. um 13:45. Preis
35 R$ (12/2001). Bei heftigem Seegang habe ich schon Leute seekrank werden sehen. Man kann aber auch mit der grossen Fähre nach Itaparica fahren, von da mit dem Bus
nach Valenca und von da mit dem Schnellboot. Das dauert ca. 3 Stunden. Der Flug mit einer kleinen 2 motorigen Maschine kostet 150 R$ und dauert 30 Minuten. Details: Anfahrt von Salvador Unterkünfte z.B.: Pousada Encanto do Morro, Pousada do Coqueiros, Pousada Brisa Mar
Barra Grande/Ponta do Muta, Marau
Eine ruhige Halbinsel, die eigentlich nur mit dem Boot von Camamu zu erreichen ist, weil die unbefestigte Strasse nur mit dem Jeep befahrbar ist, und die Fahrt zum Ort an der
Spitze 6 Stunden dauern würde.Circa 30 Pousadas, die nur im Januar und Februar Gäste haben. Idyllisch: Pousada Lotus
Das normale Verkehrsmittel in der Gegend sind Boote, die aus der Werft von Cajaiba stammen.Mit diesen Booten kann man auch Ausflüge zu Inseln und flußaufwärts zum Wasserfall von Tremembe machen.
Wenn man zum tauchen oder schnorcheln zu den Korallenriffen fährt, fühlt man sich inmittender bunten Fische wie in einem großen Aquarium. Itacaré zählt nur 6000 Einwohner, die vom Fischfang, Kokospalmen, Kaffee und
Kakao, aber neuerdings auch vom Tourismus leben. Trotz der vielen Pousadas ist der Ort ein bischen dreckig und runtergekommen. Kenner der Gegend finden es hier trotzdem schöner als im berühmten (aufgeräumten) Morro de Sao
Paulo. Eventuell wegen des riesigen Strandes Praia Pontal, zu dem man nur mit dem Einbaum oder mit der nur bei Bedarf fahrenden Autofähre kommt. Der Strand geht von da aus 30 km bis nach Barra Grande
durch. Die Gelegenheit zum einsamen Wandern, bzw. Fahradfahren. Der Praia Concha liegt schräg vor dem Ort. Es gibt noch weitere abgelegene Badestrände.
Über Ilheus braucht man von Salvador ungefähr 10 Stunden nach Itacare. Wer sich den Flieger bis Ilheus leisten kann, braucht nur noch die letzten 2 Stunden im Bus verbringen.
Boote fahren den Fluß hinauf, zu einem Wasserfall mitten im Regenwald. Wir haben eine gute deutsche Website über Itacaré mit Infos für Wellenreiter
endeckt. Rafting auf dem Fluß ist eine andere Möglichkeit sich auf dem Wasser zu vergnügen. Die Busse fahren über Itabuna. Dort gibt es ein paar Märkte,
die Ihr Euch ansehen könnt, falls Ihr auf einen Anschluß warten müßt.Auf dem Weg nach Itabuna kommt, man am CEPLAC vorbei wo man alles zum Thema Kakao erfahren kann. ( Führung durch Kakaoplantagen, Videos und mehr).Der Bus
hält dort nur auf Wunsch. Ilhéus
Die Stadt mit 243.000 Einwohnern liegt ca. 462 km von Salvador entfernt an der Kakaoküste. Sie hat schöne, breite Strände mit gut ausgebauter Infrastruktur. An den
Wochenenden gibt es dort Veranstaltungen. Auf der grossen Strandpromenade wird auch der Carnaval gefeiert, der so gut sein soll, wie der in Salvador. Zwei schöne
Kirchen prägen das Bild des Zentrums. Eine liegt direkt am Strand in der Nähe einer Fußgängerzone mit vielen Geschäften und Restaurants. Dort ist auch die Banco do Brasil, die nicht nur funktionierende Geldautomaten für VISA-Plus hat, sondern auch im dritten Stock Traveller Cheqes eintauscht. Die
vielen Hotels und Pousadas, sind billiger als die in Salvador. Zum Teil liegen sie am allseits beliebten Südstrand, dem Praia do Sul. Der Sand ist weiß und fein. Es gibt immer eine leichte Brandung.
Unter den Palmen warten zahlreiche Barracas = Strandlokale, wo man auch essen kann. Hinter den Barracas kommt dann aber auch schon die Strasse nach Olivença. Anreise: Der Bus
braucht von Salvador nach Ilheus ca. 8 Stunden. Es gibt auch einen Flughafen. Olivença Ein ruhiger, hübscher Badeort mit Strand und einer Heilquelle. Ob die auch gegen Caipi-Kater hilft? Una liegt in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzparkes mit Regenwald und seltenen Tieren. Cananvieiras erreicht man
mit dem Bus über Eunapolis. Einer der ruhigeren Orte. Auch hier gibt es ein paar Gebäude aus der Kolonialzeit. Außerdem Restaurants, mindestens eine Disco und einige Pousadas. Belmonte - nichts aufregendes, schöne Gegend, 20.000 Einwohner. Ein Hauptanbaugebiet für Maniok = Mandioca, Kakao und Zuckerrohr. Dazu die üblichen
Kokospalmen. In der Gegend wohnen Botocudo Indianer von den Stämmen Manham & Camacã. Die Strände sind riesig und zum surfen geeignet.
Santa Cruz Cabrália ist wegen der schönen Lage und einer Kirche von 1630 einen Besuch wert. Es stehen auch noch einige wenige andere Bauwerke aus der frühen Kolonialzeit, weswegen wir
aber nicht von einer Altstadt sprechen wollen. Nicht weit in nördlicher Richtung liegt das nette Fischerdorf: Vila de Santo André. Auch dort gibt es schon einige Pousadas. Weiter südwärts kommt man nach Porto Seguro
. |